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Reiterin
20 Jahre alt
Du und deine ältere Schwester Moira, ihr entsprangt einer langjährigen Affäre zwischen einem relativ hochrangigen Drachenreiter und einer Zivilistin. Sonderlich viel hattet ihr beide jedoch nicht von eurem Vater, der zum Einen sowieso meist anderswo stationiert war, zum Anderen auch seine „offizielle“ Familie zu versorgen hatte. Finanziell unterstützte er euch, jedoch nur so lange das Geheimnis gehütet blieb - eine Eigenschaft, das Geheimnisse selten dauerhaft tragen. Die Wahrheit kommt früher oder später immer ans Licht und schlussendlich ist auch deines Erzeugers Doppelspiel aufgeflogen. Statt sich jedoch den Konsequenzen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen, zog er sich endgültig aus eurem Leben heraus und es wurde finanziell sehr eng, was ihr ihm seither mehr als übel genommen habt.Während Moira danach strebte, sich eurem Vater zu beweisen, indem sie in dessen Fußstapfen trat, hattest du eigentlich nicht vor dich bei den Reiter:innen einzuschreiben. Im Gegenteil, hältst du dich eigentlich für viel zu clever, als dein Leben so leichtsinnig aufs Spiel zu setzen, bloß um einem Daddy-Komplex zu erliegen und dich mit einem Haufen selbstherrlichen Egomanen zu messen. Die letzten Jahre jedoch war es die Eifersucht und schiere Wut, die dich antrieben. Wut auf deinen Erzeuger, der euch im Stich gelassen hat und seine Töchter, trotz allem sein eigen Fleisch und Blut, keines Blickes würdigte. Eifersucht auf seine perfekte kleine Familie, die es so viel besser getroffen hatte. Die von ihm stolz betrachtet oder gar in den Arm genommen werden, oder zumindest stellst du es dir so vor, wenn du nachts wieder im Stillen deine Liste aufzählst. Die Liste all derer, die dir und deiner Familie Unrecht getan haben. Zuletzt überschlugen sich die Ereignisse geradezu: Aus finanzieller Not fing deine Mutter an ihren Körper zu verkaufen, dein Freund betrog dich trotz zahlreicher Treueversprechungen in seinem 1. Jahr als Drachenreiter mit einer Anderen. Doch nichts davon kommt auch nur ansatzweise an den alles verschlingenden Schmerz heran, den Moiras Tod in dir hinterlassen hat: Als sie die Siegelkraft des Gedankenlesens manifestiert hat und von einer Freundin verraten worden war. Als sie dafür exekutiert wurde. Ihr Verlust brachte das Fass endgültig zum Überlaufen, sodass du einfach nicht mehr umhin konntest dem Ruf deiner plagenden Rachegelüste ans Basgiath zu folgen. Zeit, dass hier endlich jemand mal gründlich aufräumt.
Gespielt von Kiri
Dabei seit: 14.09.2024, 12:05
Zuletzt gesehen: 22.01.2025, 15:47
Reiterin
23 Jahre alt
Gezeichnet. Nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Die Seele der jungen Frau musste schon mehr ertragen, als eigentlich gut für sie gewesen wäre. Fünf Jahre ist es nun her, dass sich ihre Welt auf den Kopf gestellt hatte. Fünf Jahre, in denen sie ohne ihre Eltern auskommen musste. Fünf verdammte und viel zu lange Jahre, in denen sie das Geheimnis gehütet hat, das ihre Eltern das Leben gekostet hat. Sie ist ein Seperatistenkind. Gezeichnet. Aber nicht gebrochen. Wo früher Sturheit und Neugier waren, ist heute Rachsucht, Wut, Trauer und... noch mehr Wut. 18 Jahre war sie alt, als sie der Hinrichtung ihrer Eltern beiwohnen sollte. Wie sonst hätte man besser die Kinder der Rebellion brechen können, als ihnen die wichtigsten Menschen in ihrem Leben zu nehmen und sie auch noch bei ihrem Tod zusehen zu lassen? Die unsagbare Wut, die damals schon ihre Adern geflutet hat, hat sich Bahn gebrochen und dafür gesorgt, dass Zasha einen der ausführenden Männer angegriffen und so schwer verletzt hat, dass er verstorben ist. Während sie nur wie in Trance wahrgenommen hat, dass ihre Eltern ihr zuriefen, dass sie aufhören solle, wollte sie den nächsten Mann angreifen, ehe sie problemlos überwältig wurde. Man hat ihr so schwer gegen den Kopf geschlagen, dass sie das Bewusstsein verlor und den Tod ihrer Eltern somit nicht mitbekommen hat. Nachdem sichergestellt wurde, dass sie keine sichtbaren bleibenden Verletzungen davontragen würde, hat man sie in die Hände ihrer neuen Familie übergeben, in der sie fortan ihr Dasein fristen sollte. Die Tatsache, dass sie sich nicht mehr an die letzten Worte vor diesem furchtbaren Ereignis ihrer Eltern erinnern konnte, weil ihr der Schlag auf den Kopf die Erinnerung an die letzten paar Tage vorher verschwimmen ließ, hat Zasha das letzte bisschen Rest Boden unter den Füßen weggezogen. Seit fünf Jahren hütet sie nun also ihr Geheimnis. Seit 1825 Tagen versucht sie alleine mit ihren Gefühlen klar zu kommen. Vergeblich. Die Wut ist noch immer da. Frisst alles auf. Frisst Zasha auf.
Gespielt von Nessi
Dabei seit: 14.09.2024, 11:23
Zuletzt gesehen: 21.01.2025, 13:12
Schriftgelehrter
25 Jahre alt
Wissen ist das höchste Gut das eine Gesellschaft jemals haben kann. Es gibt uns die Möglichkeit, aus der Vergangenheit zu lernen und die Zukunft zu verbessern. Sie gibt uns einen Vorteil in Zeiten voller Nachteile und die Chance, vergangene Fehler nicht noch einmal zu begehen. Jeder Schritt gegen das Wissen, ist ein Schritt gegen die Gesellschaft. Cassian ist das Epitome eines Schriftgelehrten. Er ist zurückhaltend, doch wissend. Durch Jahre langes Training im Archiv ist ihm eingebrannt worden, wie wichtig es doch ist, die Niederschriften im Archiv zu schützen und sein Leben dafür zu geben, das die Zukunft etwas von ihnen hat. Dabei ist sein größter Wunsch, ein Werk zu verfassen, dass schlussendlich jemand anderes das Leben rettet oder gar Navarre zum Sieg führt. Denn er ist stolz Teil von diesem Konstrukt zu sein, fühlt er sich doch so sehr verbunden mit all den Generationen von Schriftgelehrten zuvor und doch kommt es ihm so vor, als wüsste er noch nicht genug. Dieser Wissensdurst ist es, der ihn dazu bringt noch mehr Erfahrungen zu sammeln. Noch mehr Berichte zu schreiben. Noch mehr Bücher zu lesen. Stets ist er auf der Suche nach neuen Büchern in Bibliotheken die noch nicht entdeckt worden sind. Alte Schriften zu finden, die Enkel geerbt bekommen haben. Selbst die Artefakte auf den Märkten ziehen ihn magisch an. In seinem privaten Archiv, besitzt er hunderte Mitschriften aus Unterhaltungen von Zeitzeugen und ihren Erben. Feinsäuberlich organisiert wie so vieles in seinem Leben. Dabei ist eines seiner heimlichen Ziele, einmal Poromiel zu besuchen und ihre Geschichte von Zeugen zu lernen. Zu sehen wie sie ihr Leben leben und ihre Weisheiten in das Archiv aufzunehmen. Cassian war einst davon überzeugt, dass wenn er den Weg des Diplomaten verfolgt, würde er irgendwann einmal die Chance bekommen, in den Bibliotheken Poromiels zu studieren. Das Wissen beider Länder vereinen und sie gemeinsam viel stärker machen zu können. Er würde vieles geben, einmal in seinem Leben zu sehen, wo sie sich unterschieden und wo sie doch so gleich waren doch... Er hätte dafür zu viel aufgeben müssen. Sein bisheriges Leben. Seine kleine Familie. Das Archiv. Lyza. Es war nicht die richtige Zeit, als er nach seinem Abschluss sich spezialisieren musste. Er hat sich einfach nicht getraut. Denn für ein Schriftgelehrten sind Träume und Wünsche nur genau das. Träume und Wünsche. Das Archiv wird für immer sein Lebensmittelpunkt sein.
Gespielt von Paw
Dabei seit: 14.09.2024, 10:31
Zuletzt gesehen: 22.01.2025, 05:19
Reiterin
21 Jahre alt
Du bist zehn, als du das erste Mal auf dem Dach eures Hauses stehst. Das breite, stolze Grinsen auf deinem Gesicht passt absolut nicht zu den Gesichtern deiner Eltern, die zu dir nach oben schauen. Die Arme hast du ausbereitet, fast so, als wärst du bereit, jeden Moment loszufliegen – und genommen bist du das ja auch. Bist es schon seit einigen Jahren, wenn man dich fragt, und du wirst es mit jedem weiteren Jahr noch ein wenig mehr sein. Eigentlich fehlen dir nur noch die Flügel. Und der dazugehörige Drache. So einer, wie deine Großmutter ihn hat, so einer, wie ihn all die Drachenreiter haben. Aber heute ist dein großer Tag noch nicht gekommen, du musst dich noch ein wenig gedulden und weißt ganz genau, wie du die nächsten Jahre überbrücken wirst. Lernen. Trainieren. Lernen. Und noch mehr trainieren. Das hier, dein Moment auf dem Dach, ist schließlich auch nichts anderes. Und ein Blick nach links zeigt auch genau das: da sind Kisten und Fässer aneinander gestapelt, bilden eine nicht ganz so naturgetreue Nachbildung eines Drachenbeins und sehen so aus, als würden sie jeden Moment in sich zusammenfallen. Aber du hast es nach oben geschafft und du weißt schon jetzt, dass das nicht das letzte Mal sein wird. Den Gesichtern vor dem Haus nach zu urteilen, wissen deine Eltern das auch.Du bist sechzehn, als du zum ersten Mal so wirklich realisierst, dass ein Drachenreiterdasein nicht nur auf der Sonnenseite stattfindet. Du stehst neben deiner Schwester, hast die Hände zu Fäusten geballt und drückst die Fingernägel in deine Handfläche. Du bemühst dich, deinen Blick ausdruckslos zu lassen, die Tränen, die hinter deinen Augen brennen, für dich zu behalten, weil du genau weißt: das gehört sich so. Das muss so. Weinen ist ein Zeichen von Schwäche. Trauer ist ein Zeichen von Schwäche. Und wenn du in ein paar Jahren auf einem Drachen sitzen möchtest, darfst du keinesfalls schwach sein, ganz egal was passiert. Egal, wie sehr deine Welt auf den Kopf gestellt wird – denn an diesem Tag passiert genau das. Es ist die Beerdigung deiner Großmutter. Der letzte Abschied. Und irgendwie, zumindest für dich, auch das Ende einer Ära. Sie war schließlich immer eine Art Vorbild für dich. Hat große Fußabdrücke zurückgelassen, in die du eines Tages auch passen wirst (nicht willst, nicht kannst). Und jetzt ist sie fort, für immer. Und du stehst hier und versuchst stark zu sein, merkst aber, wie schwer es dir fällt. Du kannst deine Gefühle nicht einfach unterdrücken. Kannst sie nicht abschalten, sie nicht einfach in eine Kiste packen und irgendwo in der hintersten Ecke deines Ichs verstecken. Was du kannst, ist, dich auf den Druck in deinen Handflächen zu konzentrieren, anstatt auf den hinter deinen Augen. Du kannst deinen Körper versteifen, um das Beben einer Schultern zu verhindern und du deinen Blick auf einen Punkt vor dir fixieren, um so wenig wie möglich um dich herum mitzubekommen. Und was du noch lernen kannst (und wirst) ist das Aufbauen einer mentalen Mauer, hinter der du all die negativen Gefühle künftig verstecken kannst.Du bist einundzwanzig und genau dort, wo du hingehörst. Am Basgiath War College. Frisch ernannte Staffelführerin. Und auf dem Rücken eines Drachen, Valdrie, die Arme genauso ausbreitend, wie vor elf Jahren auf dem Dach deines Elternhauses. Der Wind weht dir um die Ohren, spielt mit ein paar losen Strähnen deines Haares und bläst die negativen Gedanken aus deinem Kopf. Lässt dich wenigstens für einen Moment deinen Kummer vergessen, deinen Frust, deine Ängste. Lässt dich vergessen, dass du beinahe deine Schwester verloren hättest und dass du ihn verloren hast, obwohl er noch immer da ist. Hier oben, weit über dem Erdboden und mit dem BWC irgendwo hinter dir spielt es keine Rolle, dass du deine Gefühle noch immer nicht einfach abschalten kannst, auch wenn du sie mittlerweile besser zu überspielen weißt. Hier oben merkst du am deutlichsten, dass du nicht mehr das zehnjährige Mädchen auf dem Dach bist. Oder das Mädchen, das sich bei zu großem Kummer kleine Halbmonde in die Handflächen drückt. Hier oben, in diesem Moment, spielt nur die Gegenwart eine Rolle. Und in dieser Gegenwart sind deine Füße schon ein ganzes Stück in die Abdrücke deiner Großmutter hineingewachsen.
Gespielt von Jea
Dabei seit: 14.09.2024, 10:29
Zuletzt gesehen: 09.02.2025, 10:50
Reiter
42 Jahre alt
Du trägst den Nachnamen des Königs von Navarre und bist doch so weit hinten in der Thronfolge, dass es keiner Erwähnung wert ist. Du bist lediglich der Neffe des Königs und der Cousin seiner zahlreichen Kinder. Dein Glück, wie du findest - du hättest keinerlei Ambitionen ein Staatsoberhaupt zu werden. Deine Kindheit war privilegiert und dank deiner liebenden Eltern weitestgehend unbeschwert. Du bist der Älteste von drei Kindern und kannst dich stolz großer Bruder von zwei Schwestern nennen. Trotz fehlendem Interesse an der Politik und Herrschaft hast du dich an deinem blauen Blut nie gestört. Du hast die rauschenden Feste und die Gesellschaft von adligen jungen Damen in ihren schmeichelnden Kleidern genossen, doch das Leben am Hof war dir trotzdem nie genug. Du hast bereits seit deiner Kindheit davon geträumt eines Tages auf dem Rücken eines Drachen zu reiten und hart dafür trainiert es im Reiterquadranten zu schaffen. Die Jahre vergingen wie im Flug – die Einberufung, das Training und schließlich die Abschlussfeier. Heute blickst du auf eine über 20-jährige Karriere im Militärdienst von Navarre zurück.
Führungspositionen hast du nie angestrebt, doch dein Pflichtbewusstsein und deine Loyalität gegenüber deinen Kameraden brachten dich immer dazu, das Richtige zu tun. Du warst stets jemand, der handelte, während andere noch überlegten, und so wurdest du vor fünf Jahren, trotz fehlender Ambitionen, zum Leutnant General befördert. Der Aufstieg zum General schien nur noch eine Frage der Zeit. Insgeheim ahnst du, dass nicht nur deine Führungspersönlichkeit und Stärke zu dieser Ernennung geführt haben, sondern vor allem dein blaues Blut dabei eine Rolle spielten. Die Last dieser Verantwortung hat dir oft schwer im Magen gelegen, aber dein Sinn für Gerechtigkeit und deine Loyalität gegenüber den anderen Reiter haben dich immer wieder dazu gebracht, dein Bestes zu geben. Andere kritisieren deine Impulsivität, doch dein Herz ist gut, auch wenn du es selten offen zeigst. Dein Leben verlief solide – erfolgreich, könnte man sagen. Bis zu jenem verhängnisvollen Tag: der 5. August 633 nV. Während einer Patrouille stieß deine Staffel unter deiner Führung auf feindliche Greifen und deren Flieger. Doch bevor es zum Kampf kam, wurdet ihr von den Veneni auf Wyvern angegriffen – einer Bedrohung, von der du bis zu diesem Moment nichts wusstest. Trotz des Sieges über die Monster aus den Kindergeschichten verloren einige Reiter deiner Staffel ihr Leben. Verwirrt und zornig hast du deinen Kommandeur zur Rede gestellt, doch seine Antwort war knapp und unerbittlich: Du sollst schweigen. Aber Schweigen liegt dir nicht. Nach einem belauschten Gespräch und der daraus hervorgehenden Bedrohung für deine Einheit hast du die Überlebenden zusammengerufen. Diejenigen, die du überzeugen konntest, sind mit dir nach Poromiel geflohen. Dort willst du das Militär im Kampf gegen die Veneni unterstützen – du willst das Richtige tun. Doch deine königliche Abstammung wirft lange Schatten. Überall begegnet man dir mit Misstrauen, und deine Herkunft, die dir einst Vorteile verschafften, scheint dir jetzt mehr im Weg zu stehen als je zuvor. Gespielt von Sophie
Dabei seit: 24.06.2024, 02:27
Zuletzt gesehen: (Versteckt)
Reiter
23 Jahre alt
Du bist der älteste Sohn des Commanding Generals und das Spiegelbild deines Vaters – zumindest glauben das alle. Seit deiner Kindheit hast du ihm nacheifern wollen, hast sein strenges Urteil und seine hohen Erwartungen stets als Ziel gesehen, dass es zu erreichen gilt. Es war klar, dass dein Vater im Basgiath War College keinen anderen Werdegang duldet als den zum Geschwaderführer und auch diesen Weg hast du erfolgreich beschritten. Man nimmt dich als den disziplinierten Anführer im Quadranten der Reiter:innen wahr, der ohne zu zögern das Kommando übernimmt. Deine Kameraden respektieren dich, deine Ausbilder loben dich – doch du weißt, dass in jedem ihrer Worte das Echo deines Vaters mitschwingt. Du führst nicht nur für dich, sondern vor allem für ihn.
Von den Separatistenkinder wurdest du anfangs gehasst und die meisten von ihnen tun es auch immer noch. Immerhin war dein Vater als Oberbefehlshaber der navarrianischen Armee unmittelbar für den Tod ihrer Eltern mitverantwortlich. Er hat ihn befohlen und sein Drache war sein flammendes Schwert. Du hast es geschafft wenigstens von einigen respektiert zu werden, doch lieben tut dich bisher wohl kaum einer von ihnen. Alle sehen deinen Vater in dir und du hast bisher nichts getan, um dich von diesem eisernen Bild abzugrenzen. In den stillen Momenten, wenn der Drill vorbei ist und die Nacht hereinbricht, kommen die Zweifel leise, aber drängend. Tief in dir regt sich ein leises Gefühl, dass das nicht alles sein kann. Dass das nicht du bist. Du hast seine Werte übernommen, weil du nichts anderes kennst. Die Ehre, die Pflicht, die Loyalität zum Königreich – sie sind dir in Fleisch und Blut übergegangen. Du bist noch jung, und die Welt hat dir ihre wahren Gesichter noch nicht offenbart. Noch stehst du fest auf dem Boden der Ideale, die man dir beigebracht hat, aber tief in deinem Inneren weißt du, dass der Tag kommen wird, an dem du deine eigenen Überzeugungen formen musst. Doch bis dahin bleibst du der Sohn deines Vaters – stolz, diszipliniert und bereit, in seine Fußstapfen zu treten. Vor der Präsentation vor den Drachen im ersten Jahr kam dir ein kurzer Moment des Selbstzweifels. Doch spätestens nach dem Dreschen sind diese wieder verflogen: Auf dem Rücken von deinem orangefarbenen Morgensternschwanz fühltest du dich zum ersten Mal in deinem Leben wirklich frei und unabhängig. Und wenigstens hast du deinen Vater ein wenig stolz gemacht, als sich die Siegelkraft der Schattenbeschwörung offenbart hat. Gespielt von Sophie
Dabei seit: 24.06.2024, 02:02
Zuletzt gesehen: 28.10.2024, 08:08
Reiter
31 Jahre alt
In deinen Adern fließt blaues Blut, der goldene Löffel steht dir per Geburtsrecht zu. Bist der Erste deines Namens, Sohn des großen Königs - und doch nur einer von vielen. Gibt ein ganzes Dutzend von dir; von Miniaturversionen des großen Herrschers. Ihr seid die Abziehbilder eures Vaters, hochgewachsen, blaue Augen, braunes Haar und doch ist der Thron dir ferner als jemals zuvor. Gibt ungefähr eine Million Dinge, die auf deiner “Im Leben einmal gemacht haben”-Liste vor den königlichen Audizien stehen, für die du dich mehr interessierst als höfische Etikette, rauschende Feste mit dem Adel und den jungen Damen, die in von Rüschen besetzten Kleidern an deiner Hand über das Parkett geführt werden. Bist mehr so der Pragmatiker unter deinen Geschwistern, musst etwas mit der Hand machen und fühlen um zu wissen, dass du was geschafft hast. Dass dir drei andere, verantwortungsvollere, weisere Kinder voraus sind - und auch schon selbst Kinder mit Anspruch auf den Thron haben - macht’s dir in deiner Position ziemlich leicht. War ein kleiner (großer) Schock, als du über den Viadukt spaziert bist, wie noch kein Königsanwärter zuvor. Aber du machst dir nichts vor; hast es sowieso noch nie: bis du in den Genuss der Regierungsbildung kommst, muss es schon mit den Göttern zugehen. Da war’s schon deutlich wahrscheinlicher, dass Pon dich beim Dreschen als saftiges Barbeque zubereitet, aber zu euer beider Glück, sitzt du nun seit guten zehn Jahren lieber auf seinem Rücken, als in seinem dritten Magen verdaut zu werden. Glück ist etwas, von dem du lange Zeit dachtest, es gepachtet zu haben. Warst nie mittellos, hast keinen Hunger gelitten, die besten Lehrer:innen haben für die notwendige Bildung gesorgt. Gut, die leidigen Feste waren nie so deins, aber seit deine Verlobte den Schnuller gegen Wein getauscht hat und dir mittlerweile sogar echt ans Herz gewachsen ist, ist auch das erträglich. Du hast so viel Glück, das dir die längste Zeit deines Lebens quasi selbstverständlich vorkam. Glück, das andere nicht haben. Manchmal beschleicht dich der Gedanke, ob es im Universum nur ein spezielles Maß an Glück gab und du deines mit dem der anderen anreichern würdest. Spätestens, als du das erste Mal in die roten, seelenlosen Augen geblickt hattest, wusstest du: das Glück ist dieser Tage niemandem mehr hold. War gar nicht deine Aufgabe, davon zu wissen. War das Los deines ältesten Bruders, eines Tages darüber zu befinden, wie viel die hiesige Bevölkerung von diesem Umstand wissen sollte. Bist doch nur einer von vielen Abziehbildern der royalen Familie, bist doch nur der dritte Sohn ohne realistischen Anspruch auf den Thron. Hättest doch einfach dein Leben in Ruhe und voller Glück leben können. Hättest weiter den Frieden gefeiert und beim Humpen Bier gelobpreist. Wäre doch da nicht nur das kleine Wörtchen “wenn”.
Gespielt von Berrie
Dabei seit: 23.06.2024, 19:09
Zuletzt gesehen: 06.01.2025, 13:36
Reiter
22 Jahre alt
Du bist kein schlechter Typ, ganz egal, wie sehr die Welt es dich glauben lassen will. Bist einer dieser Menschen, denen das Schicksal die Scheiße nur so entgegen wirft - und die irgendwie damit zurecht kommen müssen (und es mehr schlecht als recht tun, wenn wir ehrlich sind). Durftest live dabei zusehen, wie deine Eltern bei lebendigem Leibe verbrannt wurden. Hast nach dem Dreschen erfahren, dass es deinen Bruder sein Leben gekostet hat - weil er ‘n verdammter Idiot mit Aggressionsproblemen war, dem seine Existenz noch schlechter bekommen ist als dir. Hast das Mädchen, das du
Hasst den Regen, weil er dich an all’ die stürmischen Tage erinnert, an denen du es dir mit deiner Familie im Wohnzimmer gemütlich gemacht hast; an die Geschichten, die du erzählt bekommen hast. An den Zusammenhalt und die Wärme, die dir vermittelt wurden. Hasst die Sonne, weil du das Gefühl hast, dass es blanker Hohn ist, wie sie am Himmel steht und auf dich herab lächelt. Sich über dich lustig macht. Die Welt ist in Ordnung, gibt Tage, an denen sie sich sogar so anfühlt, fuck, und du willst das nicht, weil du trauern solltest. Erwischt dich manchmal dabei, nicht unglücklich zu sein mit dem Leben, das du führst. Hast Momente, in denen du tatsächlich nach vorn schaust. Mit deiner Staffel lachen kannst, ohne, dass dir das Herz schwer wird. Hast Augenblicke, in denen du dich hier Zuhause fühlst. In denen die Art, mit der deine Denn du hast Gutes verdient. Weil du dein Bestes gibst. Wird von Tag zu Tag besser. Wird leichter, zu existieren, zu akzeptieren. Sind manche Tage ein zwei Schritte vorwärts, drei Schritte zurück, machst du an anderen einen riesigen Sprung. Musst kein Heilkundiger sein, um zu wissen, dass Wunden Zeit benötigen, um gänzlich zuzuwachsen. Ganz weggehen wird die Narbe nie, aber lernst, sie als das zu sehen, was sie ist: eine Erinnerung an etwas, dessen Schmerz in Vergessenheit gerät, in dem du einfach weitermachst. Einfach lebst. Gespielt von Jule
Dabei seit: 05.06.2024, 08:08
Zuletzt gesehen: 19.08.2025, 19:53
Reiter
35 Jahre alt
Gibt nur wenige Regeln im Umgang mit Drachen. Dreh' dich nicht weg, lauf nicht davon, senke den Blick - und bete zu den Göttern, dass sie dich nicht trotzdem bei lebendigem Leib verbrutzeln. Vor über zehn Jahren hast du all diese Regeln live und in Farbe gelebt, hast am Basgiath War College zwei Mal das erste Jahr durchlebt, nachdem beim ersten Mal offenbar keiner der bindungswilligen Drachen dein Potenzial erkannt hat (O-Ton). War zunächst ein herber Schicksalsschlag für dich, war für dich immer klar, dass du ein verdammt guter Reiter werden würdest. Dass du immer eher ein Händchen für Drachen hast, die nicht deine sind, war vielleicht ausschlaggebend, vielleicht auch nicht. Hat ja aber schließlich doch dazu geführt, dass dein Leben nicht so trostlos wurde, wie angenommen. Neben deiner körperlichen Fitness war dein Köpfchen eigentlich schon immer deine stärkste Waffe. Wärst damals schon von Anfang an gut bei den Heilkundigen untergebracht gewesen, aber Menschen heilmachen war irgendwie nicht dein Ding. Drachen hingegen ... Vor 'nem Jahrzehnt hat man dich dafür belächelt, sogar ganz offen über dich gelacht. Heute flattern Briefe in deine Gemächer, Befehle und Bitten gleichermaßen, die dich durch das ganze Königreich führen, um fremder Leute Drachen zu behandeln. Manchmal wirst du der Drachenflüsterer genannt; bist der, der eine Bindung zu ihnen aufbauen kann, ohne sich zu (erneut) binden. Der Respekt von denen bekommt, die keinen Respekt vor sich selbst haben. Bist somit rastlos, nirgends wirklich heimisch, nie länger an einem Ort. Obwohl du deine Professur für Drachenkunde am Basgiath wahrnimmst, ist deine Anwesenheitsquote eher sporadisch. Bist häufig da, wo du eigentlich gar nicht sein wolltest: an Außenposten, irgendwo nahe der Grenze. Dort, wo man dich gesehen hat, kurz, nachdem die große Blaue mit dem Dolchschwanz dich gebunden und für Raunen und Aufsehen gesorgt hat. Bist auch ein ausgemachter Glückspilz: erst gar nicht gebunden werden und dann von einer der seltenen blauen, die man sich besser nicht zum Feind macht. In der Hinsicht passt ihr wirklich ausgezeichnet zueinander. Wenn du schon sonst nur selten jemanden wirklich als ‘an deiner Seite stehend’ bezeichnen kannst, bist du dir bei ihr so sicher, wie bei niemandem sonst. Dann allerdings nicht in der Front Row zu stehen und ihren Dolchschwanz in die gefiederte Brust zu kurz geratener Löwe-Adler-Mischungen zu bohren, hat überraschend nicht für Wohlwollen gesorgt. Da stehst du nun also, machst irgendwie nie das, was man von dir erwartet. Brichst mit althergebrachten Traditionen und über Jahrhunderte hinweg übermittelten Wissen. Bist experimentierfreudig, denn nur, weil was die letzten 6 Jahrhunderte geklappt hat, heißt das ja nicht zwangsläufig, dass man das nun auch so beibehalten muss. Findest du. Sonst niemand. Ist dir aber auch egal.
Gespielt von Berrie
Dabei seit: 12.05.2024, 16:13
Zuletzt gesehen: 16.01.2025, 20:17
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