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Infanterie
61 Jahre alt
Als Königin von Samara ist Célestin Soleil nur zu bezeichnen, wenn sie es nicht selbst hört. Scharf würde sie jene Beschreibung andernfalls zurückweisen, denn es gibt in Navarre nur eine Königin und mit dieser ist weder sie, noch jemand anderes auf eine Stufe zu stellen. - Im laut kommunizierten Hierarchiebild ist Célestin klar, ihre Königstreue eindeutig und damit untermauert, dass ausgerechnet einer Infanteristin die Leitung von Samara obliegt. Im Stillen aber lächelt sie über jene Bezeichnung; und es ist verständlich, wie man darauf kommt. Es ist nicht nur der Posten, zu dem gehört, dass Célestin für die Verwaltung und Koordination dreier Staffeln aus unterschiedlichen Schwärmen verantwortlich ist. Es ist nicht nur der Umstand, dass Célestin bereits seit Jahren nicht mehr in den aktiven Einsatz hinaus geht und gleich dem Königspaar zu wichtig dafür wirkt. Es ist auch einfach nur ihr Auftreten, das trotz allem Stolz und Bewegungsmustern, die auf Kampf- und Verletzungserfahrung hindeuten, eher an Adel, Ballsäle und Prunk denn an Krieg denken lässt.
Dabei ist nichts an Célestin von tatsächlich blaublütigem Adel: Ihre Familie besitzt eine Schneiderei in Calldyr Stadt. Die Eleganz und den Luxus, der heute in ihrem Auftreten mitschwingt, hat sie früher nur an der Kundschaft bewundern dürfen. Care-Arbeit für ihre Familie hätte Célestins Zukunft sein sollen und in jenem Familienkreis hatte man sie nach einem Wehrdienst auch zurückerwartet. Aber das Leben spielte seine Karten anders aus und somit ist Célestin heute in mehrfacher Hinsicht, was in Navarre als Militäradel gelten kann. Es ist der Nachname, den sie heute trägt: Soleil ist jedem in Navarre ein Begriff, ruft eine Assoziation zu militärischem Erfolg hervor. Es ist der Mann, mit dem sie seit über 35 Jahren verheiratet ist: Ronas Soleil ist als Geschwaderführer des Ostgeschwaders weit über Samaras Grenzen bekannt. Es sind ihre Kinder, die mit ihrem eigenen militärischen Erfolgen zum Ruhm und zur Pflichterfüllung der Soleils beitragen (oder es doch wenigstens sollen). Es sind die eigenen Leistungen, die Maßstäbe setzen, statt zuzulassen, dass sie sich von irgendeiner dieser Aussagen, die mit 'bloß', 'ausgerechnet' oder 'nur' einher gehen, ausbremsen lässt. Von jenen hat Célestin jedoch genug gehört, um nicht mehr mit der Wimper zu zucken, sondern stets auf das Wesentliche und eigentliche Thema zu sprechen zu kommen. Und das sind kriegerisch-politische Anliegen, keine privaten Belange. Derzeit am meisten beschäftigt Célestin der Verlust ihrer eigenen Staffel. Offiziell für tot erklärt, sind die Reiter ihrer eigenen Einheit tatsächlich aber desertiert. Die Gründe dafür sind unter der Hand, unauffällig, ebenso aufzuklären, wie eine Einheit neu formiert werden muss. Es sind Aufgaben, die weit von einem Zustand entfernt sind, in dem Célestin sie delegieren könnte - und somit ist sie derzeit zusätzlich Staffelführerin, wenn auch bestrebt, diese Aufgabe wieder in andere Hände zu legen. Aktive Einsätze wird sie nie wieder leiten. Ihre Aufmerksamkeit und (strategischen) Fähigkeiten werden anderswo gebraucht - beispielsweise um einer eigentlich geliebten Tochter deutlich zu machen, dass es innerhalb der Familie nur einen Lebensweg gibt, den man gehen kann. Gespielt von Maj
Dabei seit: 06.01.2025, 09:34
Zuletzt gesehen: 22.01.2025, 09:12
Reiterin
22 Jahre alt
Aufgewachsen in der Herzogsfamilie Eloriathorn, einer der angesehensten Adelsfamilien Navarres, wurdest du von Geburt an mit hohen Erwartungen konfrontiert – ein Leben voller Verantwortung und Traditionen, die dir von klein auf eingetrichtert wurden. Doch du hast früh erkannt, dass du mehr bist als nur ein weiteres Mitglied der Familie Eloriathorn, das den Erwartungen folgt. Du hast den Wunsch, deinen eigenen Platz in der Welt zu finden, dich von den Fesseln der Tradition zu befreien und selbst zu entscheiden, wer du sein möchtest.
Du bist Zwillingsschwester von Gisandra, einer klugen und belesenen Schreiberin, die oft in den alten Büchern und geheimen Bibliotheken von Deaconshire stöbert. Während Gisandra den Weg der Gelehrten eingeschlagen hat, zog es dich immer mehr zu den praktischen Aspekten des Lebens – zur körperlichen Stärke und zu Herausforderungen, die man mit eigenen Händen und mit Mut überwinden muss. Bereits als Kind hast du dich in Ringkämpfen mit deinen Brüdern unter Beweis gestellt.
Nach Jahren der Vorbereitung und des Zweifelns wusstest du endlich, dass du am Basgaith War College deinen Platz gefunden hattest. Die harte Ausbildung stellte deine Fähigkeiten auf die Probe, sowohl körperlich als auch geistig. Doch genau das war es, was du gebraucht hast. Inmitten der rigorosen Disziplin und des ständigen Strebens nach Exzellenz hast du nicht nur deine Bestimmung als Drachenreiterin gefunden, sondern auch eine tiefere Verbindung zu dir selbst. Stärke, Mut und die Verantwortung, immer weiter zu wachsen und sich zu verbessern sind deine wichtigsten Eigenschaften.
Doch du bist nicht nur eine Drachenreiterin, sondern auch jemand, der weiß, dass wahre Stärke nicht nur in der Muskelkraft liegt, sondern auch im Mut, die richtigen Entscheidungen zu treffen – auch wenn diese Entscheidungen schwer sind. Moralische Dilemmata, der ständige Kampf zwischen Pflicht und persönlichem Wachstum, stellen dich immer wieder vor neue Herausforderungen. Aber du gehst diesen Weg bewusst, um nicht nur für das Reich zu kämpfen, sondern auch für deine eigenen Überzeugungen.
Dein Traum ist es, nicht nur eine starke Drachenreiterin zu werden, sondern etwas Bleibendes zu schaffen. Du möchtest irgendwann eine eigene Legende erschaffen, die nicht nur deine Familie stolz macht, sondern die der Welt zeigt, was Elyea Eloriathorn wirklich vermag. Dein Weg ist noch lang, aber du bist fest entschlossen, nie stehen zu bleiben und immer weiter zu wachsen.
Trotz aller Herausforderungen, die dir das Leben als Drachenreiterin und Erbin einer so ehrwürdigen Familie stellt, bleibst du entschlossen, deinen eigenen Pfad zu gehen. Du wirst nicht aufhören, nach neuen Zielen und Höhen zu streben, denn du weißt: Der Weg, den du gehst, ist der deine – und du wirst ihn mit Mut, Stärke und einer klaren Vision weiter verfolgen.
Gespielt von Leeni
Dabei seit: 05.01.2025, 15:49
Zuletzt gesehen: 07.01.2025, 18:09
Reiter
35 Jahre alt
Hätte man relevante, militärische Schlüsselfiguren noch vor gut zehn Jahren nach Rune Belamour gefragt, so wären die Reaktionen wohl denkbar positiv ausgefallen. »Der Junge hat Talent, aus dem wird mal was werden«, hätte man sie sagen hören, dabei vor allem Runes fliegerisches Feingefühl und seine beinahe akrobratischen Luftkampfmanöver gelobt. Es war denkbar leicht, den Musterschüler in positivem Kontext darzustellen, ihn gleichermaßen in Fähigkeiten, wie auch Charakter zu loben. Rune, der Charmante. Rune, der Unkomplizierte. Rune, der Ehrgeizige, der ein exzellentes Gefühl für die Befolgung von Befehlen hatte und vielleicht gerade deshalb als extrem vielversprechender Reiter hervorstach. Genau die Ergänzung, die man sich für eine jede Reiterstaffel wünscht, die man als Wunschkadett auf eine heimliche Empfehlungsliste schreiben würde. Bis zu der Schlacht von Aretia. Bis zu Runes Einsatz in einem Krieg, der wenig mit Heldentum und alles mit systematischer Unterdrückung zu tun hatte. Es reichte ein einziger, militärischer Konflikt und die daraus resultierenden Verletzungen, um Rune das Vertrauen in seinen Staat verlieren zu lassen. Und ihn mit einem Trauma zu behaften, welches auch heute noch nachhaltig seinen Alltag bestimmt. Seit seiner Beteiligung in Aretia ist er ungeduldiger, schnippischer, risikobereiter und rebellischer. Nicht auf eine Weise, die einen Ausschluss aus dem aktiven Dienst rechtfertigte, sehr wohl jedoch in einem Grad, welcher final eine Versetzung von der Front bei Samara nach Penrith rechtfertigte. Zur Küste schob man den Reiter ab, in der Hoffnung, dass die Mischung aus Einsamkeit, Meerluft und Kriegsferne ihren Teil dazu beitragen würde, Rune erneut den Kopf auf den Schultern gerade zu rücken. Eine hoffnungslose Eingebung, denn während um Samara weiter der militärische Konflikt tobte, war Rune in Penrith ausreichend Zeit gegeben, seine vorangegangenen Taten tot zu denken. Immer riskantere Manöver, waghalsigere Pläne und absurdere Vorhaben folgten. Als Teil der Vorhut war Rune eine gewisse Vorsicht für den Job eingebläut worden und doch folgten immer mehr persönlich gewählte, selbstverständliche Freiheiten, die genau diese außer Acht ließen. Immer tiefere Konflikte ergaben sich zwischen Staffelführung und Vorhut, allen voran Rune, der zwischen dem Bedürfnis zu Folgen und seinem eigenen Willen gefangen stand. Als dann final jener Fehler passierte, der im Grunde nur eine Frage der Zeit gewesen war, sollte dieser Rune beinahe das Leben kosten. Eine Entscheidung zu gewagt, eine Flugkurve falsch geschätzt und dann das grausamer Resultat: der Abschuss von Runes Drachen und ein anschließender Kampf ums Überleben, der sowohl physisch als auch seelisch alte Wunden in gnadenloser Effektivität wieder aufriss. Heute befinden sich Drache und Reiter bereits seit einem guten Jahr in Rehabilitation, kämpfen noch immer darum, erneut den Weg zurück an die Front zu finden. Ob hinter jenem Wunsch jedoch tatsächliche Überzeugung oder gar der verzweifelter Wunsch nach alter Routine steckt, vermag wohl niemand sicher zu benennen - am wenigsten Rune selbst.
Gespielt von Motte
Dabei seit: 04.01.2025, 21:06
Zuletzt gesehen: 31.01.2025, 20:33
Reiterin
31 Jahre alt
Die Tür öffnet sich und dann weht der Sturm herein. Ein Sommergewitter mischt sich mit tanzenden Schneeflocken, ein Blitz schlägt ein und löst eine Lawine aus. Das ist Maleagan Thalor, fünftes Kind des Königs von Navarre, Prinzessin, Drachenreiterin, zeitweise persönliche Geißel ihrer Familie und geliebt für Volksnähe und ein paar Geschichten, die den Sonntagskaffee vergnüglicher machen. Wenn sie sich in ihrem Leben eines nicht schuldig gemacht hat, dann falscher Zurückhaltung und Halbherzigkeit.
Dabei war das ganz sicher nicht, was ihre Eltern sich ursprünglich mal vorgestellt hatten. Die fünfte zu sein bedeutet noch nicht, sich in Bedeutungslosigkeit kleiden und das Leben genießen zu dürfen. Seit ihrer Geburt kämpft Maleagan mit den Erwartungen, die sich viel zu oft mehr auf ihre Rolle als auf ihre Person beziehen. Ein gutes Bild abgeben, heiraten - am besten eine gute Partie, als wäre man selbst das nicht schon ausreichend - das Rampenlicht und die Wohltätigkeitsaufgaben ihrer Mutter übernehmen, in Krisenzeiten der strahlende Fixstern des Trosts sein. Das letzte ist so ungefähr das einzige, was sie davon kann und mag und auch schon während der tyrrischen Rebellion getan hat. Der Rest: Nein danke! Seit jeher befindet sich die Prinzessin daher ganz schnell in einer Konfliktsituation mit mindestens ihren Eltern und deren verlängerten Armen. Sie ist zu wild und unangepasst und eckt damit an. Dabei ist das nicht einmal ihr Ziel und sie selbst oftmals unglücklich darüber, was den Frust und die Wut nicht besser macht. Selbstbeherrschung hat sie zwar bitter gelernt, legt sie aber ab, wann immer es möglich ist. Lea liebt ihre Familie sehr und ist sich bewusst darüber, dass die Probleme auch anders herum nicht durch einen Mangel an Liebe entstehen. Ein Bruch war daher niemals eine Option und so kommt sie bis heute zu Festivitäten zurück, selbst wenn sie vorher schon weiß, dass sie sich mit ihrer Mutter streiten wird, dem Vorwurf entgegen blickt, ihren Verlobten den ganzen Abend ignoriert zu haben und worst case am nächsten Morgen nicht in ihrem Bett, sondern eingewickelt in irgendeinen Vorhang aufwacht, was viel zu viele Leute mitbekommen haben. Schon früh wurde Maleagan klar, dass sie irgendeinen Weg finden musste, ihr Leben doch noch halbwegs in die eigenen Hände zu nehmen und so zu entwickeln, dass sie damit glücklich werden konnte. Dankenswerter Weise gibt es in Navarre dafür einen vergleichsweise einfachen Weg: Drachen. Mit einem Drachen hinter sich wird die Freiheit größer und die Vorschriften… zumindest andere. Es hat nicht geklappt, damit wirklich selbstbestimmt zu werden, aber der Stil ihres Lebens hat sich komplett gewandelt. Mittlerweile sind auch die Vorwürfe, dass sie unabgesprochen über das Viadukt getanzt ist, irgendwie abgenutzt. Mit Feuereifer, Ehrgeiz und vor allem großer Vorfreude hat sich die Prinzessin in die Ausbildung gestürzt und keinen Augenblick an ihrem Erfolg gezweifelt. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Und auch, wenn das blaue Blut nie ganz zu verleugnen ist und seine Spuren durch ihre ganz Militärlaufbahn zieht, macht es das Militär auch einfacher, sich als eine von vielen und Teil einer Gruppe zu fühlen. Maleagan war sich von Anfang nicht zu schade dafür, das Frühstück zu machen, Dreck von den Stiefeln zu kratzen und bei Schmerz und Tod nicht wegzuschauen und das blutige Geschäft anderen zu überlassen, sondern die Hand zu reichen oder den Dolch zu ziehen. Das hat ihr Respekt eingebracht. Nachdem sie nun einige Jahre den Rausch des Flugs genossen hat, wird der Ehrgeiz ernsthafter. Sie weiß, dass sie gut ist als Drachenreiterin. Sehr gut. Sie könnte mehr daraus machen, als sie es bisher getan hat. Offensiver angehen, wohin sie will und welche Beförderungen sie angeht, statt nur mit ihrem Vater darum zu streiten, dass sie im Gegensatz zu ihrem Bruder nicht damit zufrieden ist, Kühe über den Berg zu schubsen und ihre orangene Honigdame davon abzuhalten, dabei zu viele zu Mittagessen zu erklären. Die Prinzessin ist außerdem keineswegs verantwortungslos. Ähnlich zu ihrer Familie hegt auch sie Liebe, Beschützerinstinkt und Führungsanspruch gegenüber ihrem Volk und ihrem Land. Darin war ihre Erziehung sehr erfolgreich. Und es ist ein ziemlich gutes Argument, dass sie offensichtlich Navarre als Reiterin einen sehr viel größeren Dienst erweist als in einem zartrosa Kleidchen, was sie doch nur mit Rotwein bekleckert. Es ist ihr nicht ganz klar, wieso der Krieg mit Poromiel so eine große Sache ist, für so viel Anspannung in ihrer Familie und der Militärführung sorgt und das ganze Wehrsystem so extrem darauf ausgerichtet ist, denn die Kräfteverhältnisse sind doch eindeutig zu ihren Gunsten verteilt. Aber es ist ihr klar, dass er geführt werden muss und dass eine starke Königsfamilie dabei hilft. Nur kann man auch nicht immer über jede Spannung hinwegtäuschen, über jedes Geheimnis oder schweigende Geschwister. Maleagan selbst ist zu eigensinnig und hat zu viele eigene Ziele und zu viel Meinung, um sich in jeder Hinsicht anzupassen und unterzuordnen. Gespielt von Beere
Dabei seit: 04.01.2025, 18:36
Zuletzt gesehen: 21.01.2025, 10:47
Reiterin
49 Jahre alt
Für diesen Charakter gibt es noch keine Kurzbeschreibung :(
Gespielt von Kathie
Dabei seit: 03.01.2025, 17:05
Zuletzt gesehen: 21.01.2025, 18:26
Handwerk
34 Jahre alt
Sie mochte solche Situationen nicht. Momente, in denen man ihr ungeteilte Aufmerksamkeit schenkte. In denen sie im Mittelpunkt stand und man sie zum Thema machte. Es verunsicherte sie. Genauso wie es die Frage tat, die man an sie gerichtet hatte. Unscheinbar. Wenn sie sich selbst mit einem Wort beschreiben sollte, dann wäre es dieses. Sie mochte den Gedanken; unterzugehen in der Menge. Sich so mühelos in die Leben anderer zu integrieren, dass sie als Konstante für diese galt. Ohne Hektik, ohne Trubel. Odessa wollte Menschen glücklich machen, nicht für mehr Ärger sorgen. Es hatte sich durch ihre gesamte Kindheit gezogen. Hatte mit ihrer Mutter begonnen, die das Einhalten strikter Regeln von ihr gefordert hatte. Hatte sich fortgeführt in ihrer Jugend, als es nur noch ihr Vater und sie gewesen waren. Obwohl sich ihr Umfeld geändert hatte, es von Liebe durchzogen gewesen war, hatte sie sich vermehrt alleine wiedergefunden. Mit ihren Gedanken, mit ihren Gefühlen. Sie hatte erkannt, wie schwer es ihrem Vater gefallen war – ein Leben, welches er sich weder für sich selbst noch für sie gewünscht hatte. Deswegen hatte sie Wege gefunden, es ihm zu erleichtern. In dem sie ihm im Haushalt geholfen hatte. Sich selbst beschäftigte. Sogar in ihrer Jugend hatte sie keinen Drang zur Rebellion verspürt. „Verlässlich“, war stattdessen das Wort, was über ihre Lippen kam. Weil sie ahnte, dass alles andere zu kompliziert gewesen wäre. „Wie sind sie zum Zeichnen gekommen, Miss Loudain?“ Ihr Blick wanderte zu der Frau seitlich von ihr. Ihrem rundlichen Gesicht, den warmen blauen Augen und ihrem wohlwollenden, fast mütterlichen Lächeln. Sie musste merken, wie schwer es Odessa fiel, sich für diese Stelle zu verkaufen. Und das war es, was sie tun musste; losgelöst von all den Qualifikationen, über die ihre Gegenüber bereits Bescheid wussten. Die Empfehlungen der vorherigen Ateliers, für die sie tätig gewesen war. Ihre Zertifikate, die ihre Eignung als Kartographin bescheinigten. Die Karten, Pläne und Zeichnungen, die sie zu einer feinsäuberlichen Mappe gebunden hatte. „Irgendwann konnte ich Stifte halten und seither hab‘ ich sie nie wirklich abgelegt.“ Es war die Wahrheit: den Großteil ihrer Zeit verbrachte sie damit, Linien und Striche auf Pergament zu setzen. Sie trug ihre Federmappe mit sich wie Soldaten ihre Waffen. Konnte sich besser konzentrieren, wenn ihre Hand nebenbei dabei war, etwas zu skizzieren. Fühlte sich sicherer inmitten von Farben und Tinte. Vermutlich hatte es deswegen niemanden überrascht, dass sie sich für den Quadranten der Schriftgelehrten entschieden hatte. Es war ein Zwischenstopp in ihrem Leben gewesen; immerhin hatte sie nie den Wunsch gehegt, eine aktive Rolle im Krieg einzunehmen. Dafür ging sie Konfrontationen noch immer zu häufig aus dem Weg. Fand sich zu oft in Situationen wieder, in dem ein Ja über ihre Lippen glitt, statt des Neins, was sie eigentlich fühlte. Odessa hatte dazugelernt – sah die Bedürfnisse Fremder nicht mehr als wichtiger als ihre eigenen an. Aber sie hatte Probleme damit, wenn es Menschen umschloss, die sie liebte. Erwischte sich zu häufig dabei, wie sie ihre eigenen Grenzen für sie erweiterte. Ausflüchte fand, um die man sie nicht gebeten hatte. Verlustangst, hatte ihr Vater es genannt. Die Sorge davor, verlassen zu werden; so wie ihre Mutter sie verlassen hatte. „Und sie wären bereit, nach Lewellen zu ziehen?“ Andernfalls hätte sie sich nicht für die Arbeit in Tyrrendor beworben. Aber auch diese Worte hielt sie zurück, nickte stattdessen höflich. „Mich hält nichts in Elsum und es ist eine gute Möglichkeit, meine Fertigkeiten weiterzuentwickeln.“ Es war keine Herausforderung für sie, ihre bekannten Strukturen zu verlassen. Sie hatte keine Angst vor Veränderungen; solange sie dabei etwas machen konnte, was sie liebte.
Gespielt von jani
Dabei seit: 02.01.2025, 13:42
Zuletzt gesehen: 20.01.2025, 21:31
Reiterin
20 Jahre alt
Ein Leben wie im Märchen, so hat Lirael sich ihre Existenz einst vorgestellt. Als Küken der Adelsfamilie Crane war das Mädchen froh, stets im Schatten ihrer älteren Schwester Veena zu verschwinden, hinter deren Persönlichkeit und Ambition nicht viel mehr als eine beiläufige Randnotiz zu verbleiben. »Wo versteckt sich Lirael?« Oh, die ist wieder mit ihrer Nase in irgendeinem Buch versunken, findet man am ehesten, wenn man die ausladenden Ecken der familiären Crane-Bibliothek studiert. Über die Jahre ist die junge Frau eine Meisterin darin geworden, im Anwesen der Familie noch immer Winkel und Ecken zu entdecken, in welchen sie unentdeckt und damit auch ungestört bleiben kann. Ob nun auf der Ablage des verlassenen Fenstersims im vierten Stock, oder aber hinter dem Haus, auf jener großen Schaukel, welche den gut gepflegten Garten hinter einigen Sicht geschützten Hecken ziert - Lirael ist da, wo sie alleine ist. Und das mit großer Freude, denn es sind die Charakter ihrer Bücher, welche ihr die beste Gesellschaft bieten. Dutzende Romane liest die junge Frau im Monat, verschlingt dabei vor allem klassische Liebesgeschichten, die das schicksalshafte Aufeinandertreffen zweier Protagonisten erzählen. Lirael liebt die Liebe, freut sich vor allem, wenn andere diese in absoluter Glückseligkeit für sich entdecken. Dass sie mit ihrem Kopf daher zumeist in den Wolken schwebt, sich etwas realitätsfern der Wirklichkeit präsentiert, war für die Familie niemals ein akutes Problem. Man ist froh, sich mit Lirael nicht großartig beschäftigen zu müssen, sie einfach ihr etwas unorthodoxes Ding machen zu lassen. Und die junge Frau schätzt jede Gelegenheit, mit Hilfe ihrer Bücher einer familiären Wirklichkeit entfliehen zu können, die in großen Teilen jene Liebe misst, welche ihr gut geschriebene Fiktion bietet. Worte auf Papier sind ihre Heimat, ihre Passion, ihr Trost. Und sie inspirieren auf eine Weise, die Lirael sehr selbstverständlich auf die Idee brachte, irgendwann einmal selbst Bücher schreiben zu wollen. Schon immer träumte das Mädchen davon, Autorin zu werden, hortet in ihrem Zimmer selbst geschriebene Manuskripte, die zum Teil bereits Jahre alt sind. Dass ihre Eltern diesen Wunsch eher als Hirngespinst, denn wirkliche Zukunftsmusik behandeln, ist Lira egal. Sie weiß, was sie erreichen will, kündigte schon früh an, irgendwann zum Schreiberquadranten gehen zu wollen, um sich dort trotz militärischer Verantwortung bestmöglich auf ihren eigentlichen Traum vorbereiten zu können. Umso erstaunlicher dann, die unerwartete Wendung der Geschehnisse. Denn als Liraels verpflichtender Wehrdienst schließlich vor der Tür stand, tauchte die junge Crane nicht etwa wie abgesprochen in der Liste möglicher Schriftgelehrten auf. Nein, Lirael sortierte sich zu den Anwärtern angehender Drachenreiter, stieß mit jener unerwarteten Entscheidung nicht nur ihre Schwester vor den Kopf, sondern auch die gesamte Familie Crane in ein unerwartetes Chaos.
Gespielt von Motte
Dabei seit: 01.01.2025, 15:26
Zuletzt gesehen: 31.01.2025, 20:33
Reiter
21 Jahre alt
Traue niemanden. Jeder kann dir zu jedem Zeitpunkt in den Rücken fallen. Diese Worte abzuschütteln ist ein Ding der Unmöglichkeit und wenn er ehrlich zu sich selbst ist, möchte er es gar nicht erst. Sie spiegeln in gewisser Hinsicht wider, warum er so geworden ist. Seine Familie ist ein Rudel Wölfe, welches ein schwaches Schaf ohne Rücksicht auf Verluste zerfetzt. Um nicht als wehrloses Schaf zu enden, wurde ihm eingeschärft, welchen Weg er zu gehen hatte. Zayan hatte kein natürliches Geschick für jene Fertigkeiten, in denen er unterwiesen wurde. Er lernte, weil er scheiterte – wieder und wieder. Doch egal, wie oft ihn etwas zu Boden geworfen und malträtiert hatte – jedes Mal stand er auf und machte an dem Punkt weiter. Mit Beharrlichkeit und hoher Resilienz kämpfte er sich durch sein erstes Jahr in Basgiath. Mittlerweile ein Junior fällt er in seinem Jahrgang vermutlich vor allem durch sein Geschick mit Nahkampfwaffen auf. Insbesondere geübt im Umgang mit Stangenwaffen, greift er zumeist auf seine Gleve zurück. Sie ist schmucklos und regelrecht unscheinbar, doch kostbarer Firlefanz oder gar Prunk spielten in seiner Familie nie eine große Rolle. Als jüngster Sohn der Valors und bedachte man das hohe Verhandlungsgeschick und die Listigkeit seiner ältesten Schwester, war es ein offenes Geheimnis, dass er es nie zum Erben bringen würde. Er scheiterte quasi schon, bevor er es überhaupt versuchte. Seine Schwester hält die Zügel in der Hand und wird als Nachfolgerin seiner Mutter aufgebaut, während Zayan seinen eigenen Weg finden muss. Der Versuch in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, ebenfalls ein Reiter, stellt den ersten Schritt hierfür dar. Von Politik und Ränkespielen hat er wenig Ahnung und wollte sich weder in diese Riege einlesen noch seine Persönlichkeit dahingehend schmieden lassen. Seine Impulsivität und der Hang zu unbedachten Entscheidungen ist ein häufiger Kritikpunkt seiner Mutter – und aus ihrer Sicht ein Grund, warum er absolut ungeeignet für die Führung der Familie Valor ist. Die Person, die ihm immer am nächsten gestanden hatte, war seine jüngere Schwester Aveline. Sie stürzte 633 NV beim Versuch den Viadukt zu überqueren in die Tiefe und riss damit einen Teil von Zayan mit sich, den er nie wieder zurückgewinnen kann. Bis zu ihrem Tod fragte er sich immer, warum seine Siegelkraft ausgerechnet Schutzzauber betraf. Er sah sich nie als jemand, der sich als Beschützer ausgab. Stets auf den eigenen Vorteil bedacht, stürzte er sich ohne Rücksicht auf andere – und etwaige Verluste – in einen Kampf. Aveline hätte er um jeden Preis beschützen wollen, konnte er es aber nicht. Er sah sie fallen, hört ihren Schrei in seinen Ohren widerhallen und fühlt sich machtloser denn je.
Gespielt von birdy
Dabei seit: 31.12.2024, 19:21
Zuletzt gesehen: 09.02.2025, 13:14
Reiterin
35 Jahre alt
i. "Ich bin Tal –" Die Hand bereits ausgestreckt, stockt deine zarte Stimme. Gerade noch rechtzeitig fällt dir ein, dass es vielleicht keine so gute Idee wäre, dich mit deinem richtigen Namen vorzustellen. AlsTalyn oder, mögen die Götter bewahren, gar als Talyn Vaelric, wo doch dieser Name allein schon ausreichen würde, um deine gesamte Identität zu offenbaren. Die Tochter des Herzogs. Ein Mädchen, das sich ganz sicher nicht allein hier herumtreiben sollte. Nicht mit gerade einmal elf Jahren. "-yx." Talyx. Einen Preis für Kreativität wirst du damit wahrscheinlich nicht gewinnen, doch brauchst du den auch nicht. Reicht, wenn der Junge dir gegenüber dir glaubt, dir keine weiteren Fragen stellt. Deine Augen strahlen ihn an, als du seine Hand schüttelst. Hast ihn gerade erst kennengelernt, beobachtet, wie er jemanden auf dem Markt, auf den auch du heute mitgenommen wurdest, bestehlen wollte – und ehe du es dich selbst versehen hast, bist du ihm nachgerannt. Um ihm zu erklären, dass das, was er da getan hat, falsch war. Ihn dazu zu bringen, das Diebesgut zurück zu geben, bevor er wirklich Ärger bekäme. Wolltest ihn dazu bringen, das Richtige zu tun und vergisst es doch, kaum dass er in einer Gasse zum stehen kommt und deine Freude, dein Stolz darüber, mit ihm mitgehalten zu haben, alles andere überwiegt. Was du in diesem Moment noch nicht ahnst: ist der Beginn einer Freundschaft, die ewig halten soll. Eine Freundschaft, die dein Leben verändern, es in andere Bahnen lenken wird. Und der Moment, in dem wegen einer Sekunde des Stockens Iks geboren wird.
ii. Dein Blick wandert aus dem Fenster, beobachtet lieber den Vogel auf der anderen Seite, als den Lehrer, der gerade versucht, seinen Job zu erledigen. Unterricht. Privatunterricht, weil deine Eltern es sich leisten können und für ihren Nachwuchs natürlich nur die bestmögliche Bildung wollen. Während deine Brüder lernen, wie man kämpft, lernst du etwas über heilende Pflanzen, über Kräuter und verschiedenste Tees. Die beste Vorbereitung für deine Zukunft, wie sie dir immer wieder sagen – sie wollen immer nur das Beste für dich, aber fragen niemals, was du eigentlich willst. Sonst wüssten sie, dass es nicht das hier wäre. Dass du nicht hier sitzen und einem alten Mann lauschen willst, während draußen die Sonne scheint und er dort ist. Irgendwo, vielleicht sogar auf dich wartend. Hoffst, dass er's tut, damit du nicht die einzige bist, die innerlich immer wieder eigentlich nur wartet. Mittlerweile weiß er, wer du wirklich bist, aber geändert hat's in den letzten Jahren nichts. Du schleichst dich aus dem Anwesen deiner Familie, das sich so oft wie ein goldener Käfig anfühlt. Triffst dich mit ihm und iii. Du weißt genau, was du tun musst. Weißt, dass es der Heilerquadrant ist, der heute auf dich wartet. Dass dies ein weiterer Schritt in die Zukunft ist, die andere für dich geplant haben. Vorbereitet haben. Du weißt, dass das alles deine Pflicht ist und doch stehst du nun hier: in einer ganz anderen Schlange, vor einem ganz anderen Quadranten. Umgeben von Gleichaltrigen, denen ganz bestimmt nicht der Sinn danach steht, sich in den nächsten Jahren um die Verletzten des Basgiath War Colleges zu kümmern. Sie sind die, die für Verletzungen sorgen werden. Vielleicht auch die, die sie erleiden werden. Du überquerst den Viadukt vorsichtig, langsam, den Blick immer nach vorn gerichtet, weil auf der anderen Seite dein Ziel ist. Der Reiterquadrant. Ganz viel Abstand zu den Verpflichtungen deiner Familie. Und er, natürlich. War immer schon er, zu dem es dich gezogen hat, das ganze letzte Jahr und auch in denen davor. Du weißt, dass die Ausbildung alles andere als ein Klacks wird, bist vielleicht keine so ausgebildete Kämpferin wie deine Brüder, aber gänzlich unvorbereitet bist du trotzdem nicht – und du scheust auch nicht davor zurück, zusätzliche Trainingseinheiten einzulegen, deine Freizeit deinem Überleben zu widmen. Deiner Zukunft und deiner Sicherheit, der des Landes natürlich auch. Würde man dich heute fragen: das hier ist es, was du willst. iv. Deine Arme sind ausgestreckt, dein Haar weht im Wind. Du brauchst die Stimme in deinem Kopf nicht, um dich daran zu erinnern, dich gleich wieder festzuhalten, aber du möchtest sie auch nicht mehr missen. Nie mehr. Rhaega und du, ihr seid ein Team, unzertrennlich, seitdem sie dich beim Dreschen an sich gebunden hat. Kannst es manchmal noch gar nicht glauben, wie lang das mittlerweile her ist. Jahre eigentlich, doch gefühlt sind es manchmal trotzdem erst ein paar Tage – oder bereits Jahrzehnte. Auf seinem Rücken fühlst du dich frei, bist eine Reiterin und nicht 'nur' die Schwester des Herzogs von Calldyr. Deine Pflichten und Verantwortungen gehen über jener deiner Familie hinaus, dein Dasein als Reiterin ist auch heute noch nicht das, was sie gern für dich hätten. War schließlich alles bereits geplant, selbst eine Verlobung gab es bereits; die Hochzeit hat jedoch nie stattgefunden, wurde gestrichen, als klar wurde, dass du in so mancher Augen falsch abgebogen bist. Und du müsstest lügen, würdest du behaupten, dass du deswegen traurig gewesen wärst. Das Leben, das andere für dich geplant haben, war nie das, was du für dich wolltest. Das Leben, das du heute lebst, ist vielleicht nicht ganz das, wie du es dir einst selbst vorgestellt hast, doch würdest du es auch nicht mehr eintauschen wollen. Gespielt von Jea
Dabei seit: 30.12.2024, 20:24
Zuletzt gesehen: 05.05.2025, 19:39
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